Lipödem Sport

Es ist bekannt, dass Bewegung eine positive Auswirkung auf die Gesundheit hat. Jedoch ist Lipödem-Patientinnen nicht jede Sportart zu empfehlen. Am besten ist es, sich mit einem Lipödem-Spezialisten abzusprechen, welche Sportart in Frage kommt. Dies ist abhängig von Stadium, Typ und Menge des Lipödem-Gewebes.

Lipödem Sport - Kann Lipödem mit Sport behandelt werden?

Sport alleine kann eine Lipödemerkrankung leider nicht heilen. Dennoch spielen regelmäßige Bewegung und Ausdauersport in der Behandlung von Lipödem eine wichtige Rolle. 

Spezielle Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren fördern die Durchblutung und den Lymphfluss, was Schwellungen reduzieren und Beschwerden lindern kann. Bewegung hilft außerdem, das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen zu steigern.

Wie hilft Sport bei Lipödem?

  • Förderung des Lymphflusses: Durch regelmäßige Bewegung wird der Lymphfluss angeregt und Schwellungen reduziert
  • Verbesserung der Durchblutung: Spannungsgefühle und Schmerzen können so verringert werden
  • Verringerung von Übergewicht: Übergewicht kann die Beschwerden eines Lipödems verstärken. Sport hilft, das Gewicht zu halten oder zu reduzieren, was sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt.
  • Stärkung des Gewebes und der Muskeln: Das Bindegewebe wird gestärkt, sodass Schmerzen verringert werden können

5 Tipps für den Einstieg in den Sport bei einer Lipödemerkrankung

Der Einstieg in den Sport kann für Patientinnen mit Lipödem herausfordernd sein, besonders bei Schmerzen, Unsicherheiten oder Übergewicht. Mit den richtigen Tipps gelingt es Ihnen, Sport in den Alltag zu integrieren und langfristig von den positiven Effekten zu profitieren.

  1. Gelenkschonende Sportarten, wie Schwimmen oder Radfahren entlasten den Körper und überfordern diesen nicht. Hierbei wird die Durchblutung und der Lymphfluss gefördert, ohne zusätzlich Druck auf das Gewicht auszuüben.
  2. Beginnen Sie mit kurzen, sanften Einheiten – z. B. 10-15 Minuten – und steigern Sie die Dauer und Intensität langsam. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Leistung, um langfristig Erfolge zu erzielen.
  3. Kompressionskleidung z.B. Kompressionsstrümpfe können helfen, Schmerzen zu lindern und den Lymphfluss zusätzlich unterstützen
  4. Hören Sie auf Ihren Körper! Schmerzen oder übermäßige Erschöpfung sind ein Zeichen, dass Sie sich eine Pause gönnen oder die Intensität anpassen sollten. Setzen Sie auf Bewegung, die Ihnen guttut und Spaß macht.
  5. Zusätzliche Unterstützung durch einen Physiotherapeuten oder einen erfahrenen Trainer können den Einstieg erleichtern und Unsicherheit abbauen.

Sport heilt Lipödem nicht – aber welche Sportarten empfehlen sich für Patientinnen?

Es bieten sich eher Sportarten wie Walken, Radfahren und Schwimmen an. Insbesondere Schwimmen bzw. Wassersportarten wie z.B. Aqua-Jogging, Aqua-Aerobic oder Aqua-Spinning sind geeignet. Durch den Wasserdruck erfährt der Köper einen ähnlichen Effekt wie bei einer Lymphdrainage.

Nicht jede Lipödem-Dame möchte sich mit Ihrem ausgeprägten Lipödem in öffentlichen Schwimmbädern zeigen. Durch Internet und Vereine sind Lipödem-Patientinnen so vernetzt, dass Sie z.B. erfahren können, wo eine Gruppe von Lipödem-Patientinnen außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Kurs veranstaltet. Denn wie immer im Leben, macht es unter Gleichgesinnten mehr Spaß.

http://www.lipoedem-hilfe-ev.de/

Lipödem durch Sport schlimmer - Welche Sportarten sind nicht geeignet

Bei einer Lipödemerkrankung sollten Sportarten vermieden werden, die das Gewebe zusätzlich belasten, übermäßigen Druck ausüben und zudem Beschwerden auslösen. Dies kann dazu führen, dass sich Symptome verschlechtern und zu Schwellungen und Schmerzen führen.

  • Laufsportarten mit hoher Belastung, wie Joggen und Sprinten, können durch den wiederholten Aufprall die Gelenke und das empfindliche Bindegewebe stark belasten.
  • Intensives Krafttraining, das auf maximale Belastung ausgelegt ist, kann den Druck auf das Gewebe erhöhen und Schmerzen verstärken.
  • Sportarten, in denen abrupte Bewegungen ausgeführt werden (z.B. Tennis, Handball, Badminton, Tischtennis oder Fußball)  können den Druck auf die Beine bzw. Gelenke erhöhen und Schwellungen, sowie Schmerzen fördern.
  • Sportarten wie Kickboxen, Karate oder Judo, die direkte Schläge oder Druck auf das Gewebe beinhalten, sind weniger geeignet, da sie das empfindliche Gewebe zusätzlich strapazieren bzw. bei ohnehin druckempfindlichen Gewebe zusätzlich direkten Schmerz auslösen können. 
  • Hochintensive und sehr anstrengende Workouts sollten vermieden werden.

Im Sportstudio sollten Lipödem-Patientinnen auf Ausdauer setzen

Ein Muskelaufbau durch den regelmäßigen Besuch in einem Fitnessstudio ist nur bedingt zu empfehlen. Auf keinen Fall sollte auf zusätzliche Muskelmasse hingearbeitet werden, diese würde die Gelenke noch mehr belasten. Für Patientinnen, die bereits in einem Fitnessstudio sind, rate ich sich noch einmal im Detail mit dem Trainer abzusprechen. Es sind eher Übungen mit wenig Gewichten und vielen Wiederholungen zu befürworten.

Laufen empfiehlt sich nur im Anfangsstadium des Lipödems. Im fortgeschrittenen Stadium kann durch die Belastung beim Laufen eine Schädigung der Gelenkflächen entstehen.

Des Weiteren können Yoga und Pilates-Übungen bei Lipödem empfohlen werden. Auch hier sollte das Stadium bzw. die Ausprägung des Lipödems berücksichtigt werden. Mit dem Yoga- oder Pilates-Lehrer sollten Sie im Detail besprechen, welche Übungen zu befürworten bzw. zu vermeiden sind.

Sport bei Lipödem - Sport als fester Bestandteil der KPE

Die physikalische Entstauungstherapie (PE) ist ein zentraler Bestandteil der konservativen Lipödembehandlung. Sie umfasst Maßnahmen wie manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie und Hautpflege, die darauf abzielen, Schwellungen zu reduzieren und die Durchblutung sowie den Lymphfluss zu fördern. Um die Effekte dieser Therapie langfristig zu unterstützen, spielt Sport eine entscheidende Rolle.

Denn die Kombination aus physikalischer Entstauungstherapie und Sport sorgt nicht nur für eine effektive Linderung von Beschwerden, sondern stärkt auch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität. Mit der richtigen Begleitung und einem individuellen Therapieplan gelingt es, die Vorteile beider Ansätze optimal zu nutzen.

→ Erfahren Sie mehr zur konservativen Therapie des Lipödems

 

Welcher Sport bei Lipödem - Kompressionsstrümpfe beim Sport

Sport mit Kompressionsstrümpfen kann bei Erkrankungen wie Lipödem oder Venenproblemen eine wertvolle Unterstützung sein. Die Strümpfe fördern den Blut- und Lymphfluss und reduzieren zudem Schwellungen und Schmerzen. Außerdem bieten sie Stabilität für das Gewebe während der Bewegung.

Worauf sollte geachtet werden?

Damit die Kompressionsstrümpfe beim Sport mit Lipödem eine ideale Unterstützung bieten, muss auf verschiedene Dinge geachtet werden:

  • Passform: Die Strümpfe dürfen nicht einschneiden oder verrutschen
  • Material: Atmungsaktive und elastische Materialien, die bei sportlichen Aktivitäten bequem sind
  • Sportart: Je nach Sportart gibt es verschiedene Kompressionsstrümpfe, die auf die jeweiligen Bewegungsabläufe angepasst sind

Für den Sport eignen sich Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 oder 2, da diese eine gute Balance zwischen Unterstützung und Bewegungsfreiheit bieten

 

Häufig gestellte Fragen

Wie häufig sollte ich beim Lipödem trainieren?

Beim Lipödem empfiehlt es sich in regelmäßigen, aber moderaten Abständen zu trainieren. Ideal ist es, 2-4 mal pro Woche zu je 20-30 Minuten zu trainieren. Dies variiert je nach Lebensstil und körperlichen Voraussetzungen. 

Kann sich Lipödem durch Gewichtsverlust verbessern?

Ein Gewichtsverlust kann positive Auswirkungen auf die Lipödemerkrankung haben, da weniger Körpergewicht die Gelenke belastet. Da es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung handelt, heilt der Gewichtsverlust die Erkrankung nicht.

Hilft Sport bei Schmerzen durch Lipödem?

Ja, Sport kann Schmerzen, die durch ein Lipödem verursacht werden, wirksam lindern. Durch die regelmäßige Bewegung wird der Lymphfluss, sowie die Durchblutung gefördert. So werden Spannungen und Schwellungen im Gewebe verringert, wodurch sich die Schmerzen ebenfalls verringern.

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