Gesichtstransplantation – medizinisch vertretbar?

Prof. Dr. Dr. Johannes Franz Hönig äußert sich kritisch

Menschen, deren Gesicht durch eine Krankheit oder einen Unfall entstellt wurde, leben zumeist ein isoliertes Leben. Viele trauen sich nur im Dunkeln aus dem Haus, weil sie nicht von ihren Mitmenschen angestarrt werden wollen. Mittlerweile ist es zwar möglich, komplette Gesichter zu transplantieren, aber viele Mediziner, wie der renommierte Spezialist für plastische und ästhetische Chirurgie Prof. Dr. Dr. Johannes Franz Hönig aus Göttingen, halten diese Methode bislang für medizinisch bedenklich.

„Gesichtstransplantationengelten als der Olymp der plastischen Chirurgie“, führt er aus. „Deshalb reißen sich einige Ärzte darum, das technisch Machbare zu realisieren.“ Bei der Transplantation wird dem toten Spender das gesamte Gesicht vom Schädel abgelöst. Anschließend wird es dem Empfänger in einer 14- bis 16-stündigen Operation wie eine Maske aufgesetzt und mit dessen Arterien, Venen, Nerven und Muskeln verbunden.

Mittlerweile sind in Frankreich, China, den USA und in Spanien insgesamt 14 Gesichtstransplantationen durchgeführt worden. Davon sind zwei fehlgeschlagen, d.h. die Patienten sind an den Folgen der Operation gestorben. Aber selbst wenn eine Transplantation gelingt, muss der Betroffene sein Lebenslang immunsuppressive Medikamente einnehmen, um eine Abstoßungsreaktion seines Körpers gegen das fremde Gesicht zu unterdrücken. Darüber hinaus geht man davon aus, dass durch die permanente Medikation das Krebsrisiko steigt. „Man weiß z. B. durch die Erfahrung mit Nierentransplantationen, dass nach etwa zehn Jahren ein 50-prozentiges Risiko besteht, dass sich im Körper bösartige Tumore entwickeln“, so Prof. Dr. Dr. Hönig. „Das heißt, zusammen mit der Möglichkeit einer Abstoßung des neuen Gesichts handelt man sich auch ein erhebliches Krebsrisiko ein. Deshalb halte ich Gesichtstransplantationen so lange für unsinnig, bis durch die Entwicklung neuartiger Medikamente eine Abstoßung mit Sicherheit unterbunden werden kann. Dies ist jedoch schwer zu realisieren, da die Haut als Organ der Immunabwehr stark auf alles Körperfremde reagiert.“


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