Brustvergrößerung: Brüste und Silikonimplantate

Herr Prof. Hönig, die französische Firma PIP hat für Brustimplantate billiges Bausilikon verwendet und trotzdem ein TÜV-Siegel für ihr Produkt erhalten. Wie kann so etwas passieren?

Medizinische Produkte wie Silikonkissen müssen laut EU-Gesetz geprüft werden, bevor sie in den Handel kommen. Für diese Zertifizierung beauftragte die Firma PIP den TÜV-Rheinland. Das Ergebnis war ein CE-Siegel, welches die Einhaltung von Qualitätsstandards garantieren soll. Wie wenig dieses Siegel tatsächlich wert ist, konnten kein Patient und kein Arzt ahnen. Der Arzt kann lediglich die äußere Hülle des Brustimplantats überprüfen und ansonsten auf die Qualitätssicherung des TÜVs vertrauen. Aber ganz offensichtlich hat der TÜV-Rheinland das Material überhaupt nicht begutachtet und somit absolut fahrlässig gehandelt.

Mit welchen Konsequenzen müssen die betroffenen Frauen in Deutschland nun rechnen?

Die besagten Implantate der Firma PIP stehen unter dem Verdacht, dass die in Bausilikonen möglicherweise enthaltenen Weichmacher eine Rissbildung an der Implantat hülle hervorrufen können und dadurch das Silikon in Kontakt mit dem Gewebe kommen kann. Des Weiteren befürchtet man, dass sich durch diesen Kontakt ein bösartiger Tumor bilden kann. Es gibt aber bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen, welche diese Vermutungen belegen. Das ist also reinste Spekulation. Grundsätzlich besteht bei allen Implantaten die Möglichkeit, dass die Hülle reißt. Die Wahrscheinlichkeit liegt je nach Implantat Lebensdauer und -hersteller zwischen 1,5 und 3,4 Prozent. Aber selbst wenn es zu einem Bruch in der äußeren Hülle kommt, sind die modernen Brustimplantate heutzutage so beschaffen, dass sie kohäsives, also zähfließendes Silikon enthalten, welches in seiner Konsistenz an Götterspeise erinnert und bei einem Riss nicht einfach ausläuft, sondern seine Form behält. Des Weiteren besteht die Implantat hülle heutzutage je nach Hersteller aus bis zu 15 Lagen! Wenn also die äußere Hülle beschädigt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass tatsächlich Silikon austreten kann. Darüber hinaus wird eine solche Beschädigung während einer Vorsorgeuntersuchung mittels Ultraschall sichtbar, sodass man das Silikonkissen rechtzeitig explantieren und gegen ein neues austauschen kann.

In Ihrer Praxis für plastische und ästhetische Chirurgie führen Sie im Jahr durchschnittlich 250 Brustimplantationen durch. Müssen sich Ihre Patientinnen wegen des Bausilikon-Skandals Sorgen machen?

Nein, denn wir haben keine Implantate der Firma PIP verwendet. Trotzdem ist aber eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung natürlich nach wie vor sinnvoll. Denn unabhängig davon, ob eine Frau ein Implantat hat oder nicht, besteht immer das Risiko, dass ein Karzinom in der Brust auftreten kann. Einigen aktuellen Meldungen war zu entnehmen, dass Brustimplantate generell nur eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahre haben. Stimmt das? Das ist absolut falsch! Diese Aussagen beziehen sich nur auf Implantate, die vor 10 bis 15 Jahren implantiert wurden. Die neueren Brustimplantate der fünften Generation weisen eine wesentlich dickere Hülle auf und können somit ein Leben lang im Körper verbleiben. Seriöse Hersteller von guten Brustimplantaten geben heutzutage sogar eine 30-jährige Garantie auf ihre Produkte.


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